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Daniel Lee erfindet
Bottega Veneta
neu

Visconti und Lederkunst stehen für das neue Bottega Veneta von Daniel Lee.
Große Logos braucht er dafür nicht.

Daniel Lee mag aus dem Norden Englands stammen, eine Faszination für den italienischen Film hegte er schon immer. Es passt gut zu seinem neuen Job. Seit letztem Jahr verantwortet Lee die kreative Leitung des italienischen Modehauses Bottega Veneta. Regisseure wie Fellini, Visconti und Pasolini dienten als Ideengeber für seine erste Kollektion. Lee gefiel die natürliche Eleganz, die Kleidung in ihren Filmen besitzt.

An sein Moodboard pinnte der Designer Fotos großer italienischer Schauspielerinnen: Monica Vitti, Isabella Rossellini, Valeria Golino. Gleich daneben Popgeschichte. Ein Bild der britischen Sängerin PJ Harvey mit etwas eilig aufgetragenem Lippenstift, Mick Jagger mit Zigarette und Kaschmirpulli, Neneh Cherry im fuchsiafarbenen Slip. Sie alle, sagt Lee, besäßen eine Sinnlichkeit, die er mit Italien verbindet.

Eleganz und eine klare Ästhetik

Das Haus Bottega Veneta steht seit jeher für eine elegante und klare Ästhetik. Ein Grundpfeiler des Markendesigns ist die Tradition des feinen Lederhandwerks. Ein anderer, selbstverständlich: Italien. 1966 wurde Bottega Veneta in Vicenza im Norden des Landes gegründet. Noch heute befindet sich das Atelier dort in einem Palazzo aus dem 18. Jahrhundert. Daniel Lee, der viele Jahre mit Phoebe Philo bei Celine gearbeitet hat, will Bottega Veneta nicht auf den Kopf stellen, sondern tief in seine Traditionen eintauchen und sie von dort aus neu interpretieren. Er entwirft eine Garderobe, die modern, innovativ und tragbar ist.

TASCHEN IM ERDGESCHOSS
@BOTTEGAVENETA

Daniel Lees erste Kollektion für Bottega Veneta

Anfang des Jahres hat er in Mailand seine erste Kollektion präsentiert, die nun in die Läden kommt. Sie erforscht ein Spannungsfeld aus Glamour und Intellekt, Vulgarität, Eleganz und Bourgeoisie. Vor allem besteht sie aus Kleidungsstücken, zu denen Frau immer wieder greift. Raffinierte Details verleihen Klassikern einen unerwarteten Dreh. Strickteile überraschen mit robusten Ketten und Knotendekor, präzise geschnittene Mäntel und Jacken betonen die weibliche Silhouette.

Das geflochtene Ledermuster »Intrecciato« ist Bottega Venetas Markenzeichen. Daniel Lee entwickelt es mit neuen Formen, Texturen und Größen weiter. Dabei kombiniert er traditionelle Lederverarbeitung mit neuen, innovativen Techniken. Die Crossbody Bag »Cassette«, Kernstück der Winterkollektion, veranschaulicht diese Fusion aus Handwerk und Hightech. Sie besteht aus weichen, wattierten Lederstreifen, die mit Hilfe des sogenannten Thermoformens, also unter Wärmeeinfluss, gefertigt werden. Die Streifen besitzen eine seidig-glatte Oberfläche und werden in Handarbeit zur Tasche konstruiert.

Mode von Bottega Veneta ohne Logomania

Auch in der Herstellung ausgewählter Kleidungsstücke kommt Bottega Venetas Leder-Expertise jetzt zum Einsatz. So sind manche Trenchcoats und Jacken aus einem gesteppten Matelassé-Leder gefertigt, wieder andere aus einem dem »Intrecciato« ähnlichen Mesh, das aus besonders filigranen Lederschnüren gewebt ist. Auf plakative Logos hat das Modehaus stets verzichtet. Auch Daniel Lee setzt trotz allgemeiner Logomania nicht auf große Namenszüge. Subtile Details funktionieren wie geheime Codes, die nur von Eingeweihten erkannt werden.

Das gefaltete Stoffdreieck etwa, das in manche Jacke eingenäht ist und das den Eindruck erweckt, als schaue das Innenfutter heraus. Jacken und Mänteln ist auf dem Rücken eine weiße Naht eingestickt. Gürtel und Verschlüsse tragen derweil dreieckige Schnallen. Taschen hat der Designer mit edlen Metallelementen versehen, die vom Dekor der Mailänder Palazzi inspiriert sind.

Auch sonst übt sich Daniel Lee in Zurückhaltung. Trotz des großen Interesses an seiner Person wird man ihn auf Instagram nicht finden. Seine Arbeit spricht für sich. Ihr Fokus liegt auf gutem Design. Das kommt schließlich nie aus der Mode.