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Der Schatzmeister

Melvyn Kirtley ist ein gefragter Mann, vor allem gegen Ende des Jahres. Der Chefgemmologe von Tiffany & Co. prüft Diamanten und Edelsteine auf ihre Qualität. Ein Gespräch über beliebte Schliffe, Verlobungsrituale und die wichtigste Regel für den Ringkauf.

Mr. Kirtley, wie kommt man zu dem doch sehr speziellen Beruf des Gemmologen?
Im Jahr 1985 fing ich bei Tiffany als Verkäufer an. Ich hatte immer eine Leidenschaft für Diamanten und Edelsteine gehabt, aber dort fing sie wirklich an zu gedeihen. Die tägliche Arbeit mit den feinsten Juwelen der Welt war ein enormer Ansporn und Auftrieb für meine Karriere.

Was ist so faszinierend an Diamanten?

Ihre Rarität und unglaubliche Schönheit. Mutter Natur nimmt sich Milliarden von Jahren Zeit, um solche Schätze zu schaffen.

Haben Sie einen Lieblingsstein?

Den gelben Tiffany-Diamanten. Er hat eine erstaunliche Farbe, so selten, einzigartig und wunderschön! Er wurde 1878 geschliffen und sieht noch heute modern aus.



Was macht die Qualität eines Edelsteins aus?

Um einen Edelstein zu analysieren, muss man seine physikalischen und chemischen Eigenschaften untersuchen und auch die inneren und äußeren Einschlüsse. Im Mittelpunkt stehen die vier C – Carat (Karat), Colour (Farbe), Clarity (Reinheit), Cut (Schliff). Es ist eine Art Detektivarbeit: Man geht allen Hinweisen nach, bis man zu einem endgültigen Ergebnis kommt.

Welche Kriterien muss ein Diamant erfüllen, damit Sie ihn auswählen?
Bei Tiffany gehen wir über die vier C hinaus und nehmen nur Steine an, die auffällige Brillanz und Strahlkraft haben, also die perfekte Präsenz. Die Qualität unserer Diamanten kann man selbst aus der Distanz sehen.

Welche Schliffe sind derzeit am beliebtesten? 

Für Diamanten nach wie vor der runde Brillantschliff. Für farbige Edelsteine ist eine ovale Form oder der quadratische Kissenschliff üblich.

Und wie geht es dann weiter?

Wir versuchen grundsätzlich, eine Fassung zu kreieren, die den Stein am besten zur Geltung bringt. Mit einer einzelnen oder doppelten Umrahmung aus Diamanten kann man beispielsweise wunderbar einen farbigen Edelstein hervorheben. Die Kollektion »Tiffany Soleste« baut auf diesem Prinzip auf.

Kann und sollte ein Mann es riskieren, Schmuck zu schenken?
Ein paar Tipps: Bei der Wahl eines Rings sollte man langfristig denken. Ein Diamant wird einen ein Leben lang begleiten, deswegen sollte die Art, wie er gefasst ist, den Geschmack und die Persönlichkeit der Trägerin widerspiegeln. Der gesamte Ring sollte auf eine individuelle Art zeitlos sein. Wichtig sind auch Verarbeitung und Fassung, vor allem bei einem Verlobungsring. Denn er ist wahrscheinlich das wertvollste Schmuckstück, das man je besitzen wird.

Kate Middletons Verlobungsring schmückt ein Saphir, den schon Lady Diana trug. Gibt es regionale Vorlieben für bestimmte Steine? 

In Großbritannien sind Verlobungsringe mit Saphir sehr beliebt. In Europa und den USA dagegen ist der Diamant immer noch die Nummer eins.

Stimmt es, dass es in Tiffany-Geschäften regelmäßig zu Heiratsanträgen kommt?

In unserem Flagshipstore in New York finden im Jahr durchschnittlich 30 Verlobungen statt. Und auch in den Filialen in anderen Ländern ist das der Fall. Wir empfinden es als große Ehre, dass so viele Menschen weltweit Tiffany wählen, um ihre Liebe zu feiern. Inzwischen machen wir etwa 30 Prozent unseres Gesamtumsatzes mit Verlobungsschmuck.

Wann ist die beste Zeit, um sich zu verloben?

Klassisch ist der Frühling, aber auch an Weihnachten und Silvester verloben sich mittlerweile viele unserer Kunden. Das ist ein klarer Trend. Es gibt ja auch kaum eine bessere Art, ins neue Jahr zu starten, als frisch verlobt.

Die türkisblaue Tiffany-Box ist legendär. Würden Sie raten, sie als Weihnachtsgeschenk nochmals einzupacken?
Unsere Blue Box gilt auf der ganzen Welt als Symbol für Eleganz und Geschmack. Sie spricht für sich. Wer träumt nicht von einem Geschenk, das so verpackt ist?

Foto ©Martin Crook